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In der Forschung befassen wir uns prinzipiell mit folgenden Schwerpunkten:

  1. Die Bedeutung der Protease abhängigen Signaltransduktion für die zelluläre Funktion

    Die Bedeutung der Gerinnungsproteasen für die Hämostase im engeren Sinne, also die Interaktion von Thrombozyten und Fibrin, ist seit längerem bekannt. Die Gerinnungsaprotease regulieren aber nicht nur die Hämostase, sondern auch durch Zellrezeptor vermittelte Mechanismen die zelluläre Homöostase. Durch letzteres interagiert das plasmatische System mit interzellulären Zielstrukturen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Relevanz dieser Protease abhängigen Regulation der zellulären Funktion für verschiedene Erkrankungen zu erarbeiten und dabei die interzellulären Mechanismen der Signaltransduktion zu charakterisieren. Schwerpunkte sind hierbei die vaskulären Erkrankungen, z.B. die diabetische Nephropathie oder die Atherosklerose. In neueren Arbeiten konzentrieren wir uns verstärkt auf immunologisch ausgerichtete Kranksheitsmodelle, z.B. der Graft versus Host Disease oder der Multiplen Sklerose (Mausmodell: experimentelle Autoimmunenzephalitis). Im Rahmen dieser Arbeit konnten wir verschiedene neue Signaltransduktionswege und intrazelluläre Kommunikationen nachweisen. Diese Arbeiten tragen dazu bei, ein neues Verständnis des Gerinnungssystems zu schaffen.
  2. Mechanismen der plazentaren Vaskularisation und Trophoblastendifferenzierung

    Eine gestörte Plazentafunktion ist eine häufige Ursache für schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen der Mutter bzw. Wachstumsverzögerung des Kindes. Insbesondere letztere sind nicht nur mit einer erhöhten peripartalen Mortalität und Morbidität assoziiert, sondern auch mit Erkrankungen im späteren Leben (z.B. erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus). Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Mechanismen, die zu einer Dysfunktion der Plazenta beitragen, zu charakterisieren. Hierbei konnten wir eine neue Funktion der Gerinnungsproteasen für die Trophoblastendifferenzierung nachweisen. Des Weiteren untersuchen wir in neueren Arbeiten die Bedeutung von Transkriptionsfaktoren für die Trophoblastendifferenzierung. Dabei gehen wir insbesondere auch auf die posttranslationale Regulation jeder Transkriptionsfaktoren ein. Ziel ist es, mit diesen Arbeiten neue therapeutische Ansätze für diese leider häufigen Erkrankungen zu schaffen.
  3. Telemedizinisches Kontrollprogramm

    Übergewicht gehört zu den bedeutendsten Zivilisationskrankheiten. Es ist häufig assoziiert mit Dyslipidämien, arterieller Hypertonie, gestörter Glukosetoleranz, dem metabolischen Syndrom und Diabetes mellitus Typ 2. Eine Gewichtsreduktion verbessert diesen pathologischen Stoffwechsel in den meisten Fällen. Mit der Entwicklung des ABC-Programms am IKC durch Prof. Luley ist eine neue und wirksame Maßnahme zur Gewichtsreduktion entstanden, die das Telemonitoring von Gewicht und physischer Aktivität mit einer Diät niedriger Insulinotropie kombiniert. In einer großen Familienstudie wurde der Nutzen der einzelnen Elemente des ABC-Programms nachgewiesen. Folgeuntersuchungen zur Wirksamkeit der Kombination dieser Elemente wurde an adipösen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und mit metabolischen Syndrom durchgeführt. Weitere Informationen unter www.abcprogramm.de.