Ein „Kunstherz“ kann das geschwächte Herz unterstützen

15.02.2018 -  

Wirksame Hilfe für schwerkranke Patienten an der Uniklinik Magdeburg

Um das Thema „Kunstherz“ ging es kürzlich bei einem Treffen von Kardiologen aus Magdeburg und der umliegenden Region, zu dem die Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie eingeladen hatte. „Bei Patienten, bei denen die Herzleistungsfähigkeit so schwer geschwächt ist, dass die Pumpfunktion gerade noch ausreicht, um den Körper am Leben zu halten, rücken heutzutage Kunstherzsysteme immer mehr in den Fokus“, berichtete Klinikdirektor Prof. Dr. Jens Wippermann einleitend. Viele Symptome der Herzschwäche lassen sich zwar durch Medikamente, Schrittmacher oder Defibrillatoren erfolgreich behandeln, jedoch sei das Fortschreiten der Erkrankung unaufhaltsam.

Bernd Majewski (links) und Jens WippermannMechanische Unterstützungssysteme bieten seit einigen Jahren die Möglichkeit, den Blutkreislauf dauerhaft zu verbessern und gewinnen zunehmend Anerkennung als langfristige effektive Therapieoption für Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz. An der Magdeburger Uniklinik wird das ventrikuläre Unterstützungssystem – kurz VAD oder „Kunstherz“ genannt -  seit 2014 implantiert. Es unterstützt die linke und zum Teil auch die rechte Herzkammer in der Pumpfunktion. Diese künstlichen Pumpen sind für diese Patienten die letzte Möglichkeit, ihr Leben zu verlängern. In Einzelfällen kann sich sogar das Herz danach soweit erholen, dass es wieder funktioniert.

„Doch nicht nur der chirurgische Eingriff ist wichtig, sondern auch die sehr aufwendige intensivmedizinische Versorgung unserer Patienten nach der OP“, betont Prof. Wippermann. Ein Team von erfahrenen Intensivmedizinern, Pflegemitarbeitern, Physiotherapeuten und Kardiotechnikern begleitet die Patienten in den ersten schwierigen Wochen. Nach der Rehabilitation kümmert sich ein interdisziplinäres Herzteam bestehend aus Herzchirurgen und Kardiologen um die ambulante Nachbetreuung der Patienten vor Ort an der Uniklinik Magdeburg. Prof. Wippermann sieht einen zunehmenden Trend, dass „Kunstherzen“ eingesetzt werden, zum einen, weil die Systeme technisch immer ausgefeilter werden, aber auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Zahl der potentiellen Organspender in Deutschland abnimmt.

Fotos:
Prof. Dr. Jens Wippermann im Gespräch mit Bernd Majewski, der über sein Leben mit einem Kunstherz berichtete.

Implantierte Herzpumpen können die Funktion von stark geschwächten Herzen unterstützen.

(Fotos: Samvel Movsisyan)

Letzte Änderung: 15.02.2018 - Ansprechpartner:

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